Nach einem Burnout ist vieles nicht mehr so, wie es einmal war, besonders im Berufsleben. Betroffene stehen vor Herausforderungen, haben aber auch Wünsche für ihren neuen Berufsalltag. Wie der Wiedereinstieg nach einer erzwungenen Pause gelingt, wird im Folgenden erläutert.
Der Einschnitt und die Sinnfrage
Ein Burnout stellt einen tiefen Einschnitt in das Leben eines Menschen dar. Der Beruf muss oft über Wochen, wenn nicht gar Monate ausgesetzt werden. Ein Mensch, der so etwas erlebt hat, beginnt sich verstärkt mit der Sinnfrage auseinanderzusetzen: Wofür ist das, was ich mache, gut? Was möchte ich wirklich tun? Welche Vision habe ich? Und vielleicht sogar: Warum bin ich überhaupt auf dieser Erde? Dadurch, dass man sieht, wie verletzlich man ist, kommt es auch zu einer verstärkten Wahrnehmung der eigenen Person und der eigenen Schwächen. Ein weiteres zentrales Thema ist die Art und Weise, wie mit einem umgegangen wird. Man erkennt, was hier schiefgelaufen ist, was einen verletzt und aus der Bahn geworfen hat, sodass man gezwungen war, eine Pause zu machen. Wodurch man schließlich auch die Zeit hatte, über all das nachzudenken.
Bei manchen dauert das Monate. Und da ist überhaupt noch nicht die Rede davon, dass man sich irgendwo bewirbt. Das ist ein sehr langer, intensiver Prozess - mit Schritten nach vorne und Schritten zurück. Wobei es ja auch nicht das Ziel der Beratung ist, schnellst möglich wieder ins Berufsleben einzusteigen. Viel mehr geht es um Achtsamkeit mit sich selbst: Wo möchte ich mich künftig beruflich einbringen? Und natürlich auch um die damit verbundenen Ängste: Kann ich das überhaupt? Kann ich überhaupt wieder irgendwo einsteigen? Was man erlebt hat, hinterlässt Spuren. Das wird niemals wieder ganz gut. Daher ist es auch notwendig, dass der Betroffene begleitend eine Psychotherapie macht. Sonst nehme ich ihn nicht. Das stößt bei manchen auf Verwunderung. Aber: Burnout ist ein pathologisches Thema. Das muss von einem Therapeuten bearbeitet werden.
Vieles von dem, was zu einem Burnout führt, kann man gar nicht selbst beeinflussen. Ein möglicher Grund ist eine zu hohe Arbeitsbelastung. Genauso wie das Gefühl, permanent kontrolliert zu werden und keine eigenen Entscheidungen treffen zu können. Fehlendes positives Feedback und Fairnessmangel können ebenfalls eine Rolle spielen. Wesentlich ist auch, wenn die eigenen Werte im Beruf nicht gelebt werden können. Zudem steigt das Risiko, wenn man nicht gut in einer Community verwurzelt ist, also keinen Rückhalt bei Familie oder Freunden findet.
Natürlich haben Führungskräfte in der Regel einen hohen Arbeitsaufwand. Andererseits: Wenn jemand von seinen Werten so getrieben ist, selbst entscheiden und gestalten kann, dann läuft er weniger Gefahr, in ein Burnout zu schlittern. Anders als bei einer Sandwich-Führungskraft, die von oben Befehle bekommt und von unten negative Rückmeldungen auffangen muss. Das kann ein Burnout schon auch begünstigen. Abgesehen davon kann es Menschen unterschiedlichster Positionen treffen. Die Pandemie hat die Entstehung von Burnout übrigens nochmal zusätzlich getriggert. Eine im "Harvard Business Review" veröffentlichte Studie zeigt, dass die Burnouthäufigkeit im letzten Jahr massiv gestiegen ist.
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Es gibt verschiedene Gründe. Einer davon ist die Tatsache, dass wir von Live auf Online umgestiegen sind. Das hat dazu geführt, dass wir viel mehr Termine wahrnehmen. Man muss nirgendwo mehr hingehen. Man kann seinen Tag mit Meetings regelrecht zupflastern. Und Meetings sind etwas - vor allem dann, wenn sie gehäuft vorkommen und als sinnlos empfunden werden -, was ein Burnout beschleunigt. Man fragt sich: Warum mach' ich das? Warum bin ich überhaupt da? Das war schon vor der Krise so und das hat sich jetzt noch einmal verstärkt. Gleichzeitig hat die Verbindung zu anderen Menschen massiv gelitten. Die Leute konnten aufgrund der sozialen Restriktionen zum Teil nicht einmal mehr den persönlichen Kontakte zur engsten Familie aufrechterhalten. Auch das hat die Entstehung von Burnouts befeuert.
Der Weg zurück ins Berufsleben
Am Anfang wollen die Leute von einem Job überhaupt nichts wissen. Die kommen nicht und sagen: "Ich will jetzt zu arbeiten beginnen." Zuerst steht einmal ganz intensive Persönlichkeitsbildungsarbeit auf dem Programm. Ich habe unterschiedlichste Methoden, um den Leuten ihre Kompetenzen rückzumelden. Das ist wichtig, weil sie erkennen müssen, dass sie auch ohne Job Kompetenzen haben und etwas wert sind. Auch die Antreiber sind ein wichtiger Punkt. Leute, die Burnout-gefährdet sind, haben oft einen oder zwei sehr starke Antreiber, die dazu geführt haben, dass sie vergessen haben Nein zu sagen - egal wie sie behandelt wurden. Dann geht es um die Frage, wo man beruflich hin will. Dass die Person diesen Wunsch formulieren kann, dahinter steckt die eigentliche Arbeit. Das kann schon mal zwei, drei Monate dauern. Und wenn ich dann höre: "Jetzt möchte ich mir mal Inserate anschauen. Ich möchte wissen, was für Jobs es in dem Bereich, den wir gemeinsam erarbeitet haben, überhaupt gibt", weiß ich: Langsam, aber sicher ist er bereit, sich zu bewerben. Vielleicht macht er auch wieder einen Schritt zurück. Man muss dem Menschen immer wieder seine Möglichkeiten aufzeigen, ihm bewusst machen, dass, wenn er zu dem Gespräch geht, nicht nur der Arbeitgeber ihn prüft, sondern auch er den Arbeitgeber prüft. Dass er, wenn sich der Arbeitgeber für ihn entscheidet, immer noch Nein sagen kann. Man muss ihm klar machen, dass die Entscheidung in seiner Hand liegt. Dass er, wenn er sich während des Gesprächs unwohl fühlt, jederzeit aufstehen und sagen kann: "Tut mir leid. Ich glaub', das wird nix."
Der Prozess der Entscheidungsfindung ist bei Leuten, die einmal im Burnout waren, viel länger und intensiver. Weil sie nicht irgendwo landen wollen, wo ihnen dasselbe wie vorher passiert. Kommt ein Unternehmen infrage, wird es auf Herz und Nieren geprüft. Mehr als man es normalerweise tut. Wir holen sämtliche Informationen ein, die wir über das Unternehmen bekommen können. Dann muss der Kunde schauen: Passe ich in diesen Rahmen hinein? Wie fühle ich mich dort? Wir prüfen die Entscheidung mit allen Methoden, die mir zur Verfügung stehen.
Wünsche und Erwartungen beim Wiedereinstieg
Wer einmal ein Burnout hatte, will nicht mehr 50, 60 Stunden in der Woche arbeiten. Das habe ich bisher bei allen Betroffenen beobachtet, die ich begleitet habe. Sie wollen weniger arbeiten und mehr vom Leben haben. Und sie wollen in einer wertschätzenden Umgebung arbeiten, in der man als Mensch wahrgenommen wird. Dieses Bedürfnis ist ganz besonders stark ausgeprägt. Weil sie wissen, was passiert, wenn man würdelos behandelt wird. Weil sie diese Verletzung schon einmal erlebt haben. Manche wollen auch einen ganz soften Wiedereinstieg. Da kann es dann das Ziel der Beratung sein, dass sie eine Praktikumsstelle finden.
Umgang mit der Burnout-Erfahrung im Bewerbungsprozess
Gott sei Dank leben wir heute in einer Welt, in der Auszeiten mehr Akzeptanz finden als noch vor zehn, zwanzig Jahren. Lücken im Lebenslauf sind demnach nicht mehr so ein großes Thema. Das heißt, sie sind schon noch Thema, aber Sie dürfen eines nicht vergessen: Für ein Unternehmen, das auf einen lückenlosen Lebenslauf wert legt, wird man in der Regel ohnehin nicht mehr arbeiten wollen. Und damit erledigt sich das Problem von selbst. Nichts desto trotz ist es für den Betroffenen wichtig, den richtigen Umgang mit diesem Thema zu finden. Daher bereite ich die Leute darauf vor, dass die Frage nach der Lücke im Lebenslauf kommen wird. Ich frage sie, wie sie mit ihr umgehen wollen, und dann proben wir das.
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Das kommt ganz darauf an, wie offen die jeweilige Person darüber reden möchte. Manche haben kein Problem damit preiszugeben, dass sie ein Burnout hatten. Andere sagen lieber, dass sie sich eine Auszeit genommen haben. Das ist von Person zu Person unterschiedlich. Und es kommt natürlich auch auf das Gegenüber an. Ist das jemand, bei dem ich das Gefühl hab, dass ich offen mit ihm reden kann? Oder will ich lieber nicht, dass er von meinem Burnout weiß?
Man soll nur Jobs machen, in denen man einen Sinn sieht und hinter denen man auch wirklich stehen kann. Wobei sich dieser Rat nicht nur an Burnout-Kandidaten richtet, sondern an alle, die beruflich tätig sind. Es gibt mittlerweile unzählige Bullshit-Jobs, die die Leute nur machen, um am Ende des Monats ein Gehalt aufs Konto zu bekommen, die den Leuten nichts geben, die sie nur leer machen. Wo man sich am Ende des Tages fragt: Warum hab ich das eigentlich gemacht? Wenn du einen vielfältigen Job hast, den du gerne machst und den du als sinnvoll erachtest, dann ist die Gefahr, dass du ein Burnout bekommst, viel geringer. Es geht darum, sich glücklich und zufrieden in seinem Job zu fühlen. Ich glaube, das macht die Welt besser.
Damit das gelingt, braucht es ein verständnisvolles Umfeld, in dem mentale Gesundheit als ebenso wichtig gilt wie Produktivität, Leistung oder die körperliche Fitness. So eine Kultur kann geschaffen werden, indem Gespräche über die aktuelle mentale Verfassung im Job so selbstverständlich geführt werden wie Erzählungen übers Wochenende bei der Kaffeepause. Die Rolle der Führungskräfte ist dabei essenziell, schildert Carola: „Indem die Führungskraft transparent ist, zeigt, dass sie menschliche Bedürfnisse hat und dass auch sie sich manchmal übernimmt und eine Pause braucht, kann das Tabu gebrochen werden.
Gleichzeitig darf das erlittene Burnout aber nicht zum dauerhaften Schutzschild werden, so Carola: „Der Wunsch von Psychiater*innen oder Psycholog*innen ist, dass sich Erkrankte zu Beginn der Genesung die Diagnose „Burnout“ wie einen Schutzmantel umlegen: Ich war gerade schwer krank, ich brauche noch Erholung. Wenn man aber wieder in den Beruf einsteigt oder einen neuen Job sucht, dann sollte man eine gesunde neue Balance entwickelt haben und braucht den Schutzmantel „Burnout“ nicht mehr.“
Raus aus der Opferrolle lautet also die Devise, auch bei einer anderen, sehr natürlichen Gefühlsregung: „Wenn man im Job zurück ist, möchte man dem Chef vielleicht erst mal so richtig die Meinung geigen: Du bist mit Schuld, dass es mir so schlecht gegangen ist! Aber das ist immer noch die Opferhaltung. Worum es eigentlich geht, ist, eine neue Vereinbarung zu treffen, mit der man gut und gesund arbeiten kann.
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Dasselbe gilt auch im Bewerbungsprozess: Je besser Genesene wissen, was ihnen guttut und was nicht, umso selbstbewusster können sie das auch im Bewerbungsgespräch kommunizieren - sei es eine Vier-Tage-Woche, eine Führungsposition in einem kleinen Team oder einen Arbeitgeber, dem die Gesundheit der Mitarbeiter wirklich wichtig ist. Woher diese Erkenntnis stammt, so Carola, muss man nicht verraten: „Das würde man bei anderen Krankheiten ja auch nicht tun.
Das Problem, so Carola, ist, dass diese Einschätzung nicht immer vom Arbeitgeber geteilt wird. „Wenn man ein weniger verständnisvolles Umfeld im Job hat, dann sollte man einfach nur sagen: ‚Ich bin gut im Zeitmanagement und kann gut Grenzen setzen.‘ Dass ich das in einer Burnout-Genesung gelernt habe, muss ich nicht hinzufügen. Ich höre leider nur selten, dass das in Unternehmen tatsächlich als Benefit anerkannt wird.“
Das zu justieren, ist ein sehr schwieriges Unterfangen, man kann sich aber langsam herantasten: „ ‚Ich war stressbedingt länger krank‘ reicht als Erklärung zunächst völlig aus. Man kann den Kolleg*innen aber für Rückfragen zur Verfügung stehen. Ich finde zum Beispiel sehr toll, wie die Podcast-Hörerin damit umgeht. Das ist die moderne Zukunft, die ich mir wünsche, in der man ganz selbstverständlich über Erfahrungen spricht, die einen geprägt haben.
Die Rolle von Arbeitgebern und Kollegen
Wird eine Person über einen längeren Zeitraum gezielt und vorsätzlich durch Worte oder Taten attackiert spricht man von Mobbing. Um an ihr Ziel, die Ausgrenzung ihrer Opfer zu kommen, ist Mobbern jedes Mittel recht. Unter anderem setzen sie Beleidigungen, Demütigungen, Drohungen und das Verbreiten von Unwahrheiten ein, um zu erreichen, dass die gemobbte Person auch von anderen Mitarbeitern gemieden oder schlimmer noch nicht mehr respektiert und akzeptiert wird.
Besser ist es herauszufinden wo du dem Mobber Angriffsfläche bieten und den Punkt zu überwinden, der dich den Konflikt scheuen lässt. Sprich den Mobber auf seine Gemeinheiten an, bleib dabei aber ruhig und sachlich. Um herauszufinden, welche Strapazen du eventuell reduzieren kannst, braucht es zunächst ein Bewusstsein für zwei Arten von Stress: einerseits, den von der Arbeit auferlegten und, andererseits, den selbst aufgezwungenen.
Nicht nur die Arbeitnehmer leiden an der extremen Belastung des individuell ausgeprägten Burnouts. Auch der Arbeitgeber ist auf einer marktwirtschaftlichen Ebene nicht erfreut: Leistungsabfall, lange Krankenstände oder gar die völlige Berufsunfähigkeit können Folgen des Burnout-Syndroms sein.
Allgemein muss der Arbeitnehmer - wie bei jeder anderen Erkrankung - seine Arbeitsverhinderung durch eine ärztliche Bestätigung belegen können. Depressionen werden allgemein nicht mehr so tabuisiert wie vor vielen Jahren, sondern als ernstzunehmende Krankheit anerkannt. Der Begriff des Burnouts wird jedoch auch häufig als „Modekrankheit“ abgetan, unter dessen Label ein Bekenntnis einfacher oder gar zu schnell ablaufen kann.
Darüber hinaus ist der Arbeitnehmer derweil nicht verpflichtet im beruflich verursachten Krankenstand durch seine psychische bzw. psychosomatische Erkrankung für den Arbeitgeber erreichbar zu sein. Auch der Aufforderung sich vom Betriebs- oder Amtsarzt untersuchen zu lassen muss er keinesfalls nachkommen.
Beim Wiedereinstieg in den Job werden den Betroffenen oft neue Arbeitskonditionen vom Arzt empfohlen - mehr Teamarbeit, weniger Dienstreisen, kein Home Office oder Teilzeit. Auch wenn die Therapie gut anschlägt und man sich wieder fit für die Arbeitswelt fühlt, sollte man nicht zu früh mit den therapeutischen Maßnahmen aufhören, sondern diese auch beim Wiedereintritt in das Berufsleben beibehalten.
Neuanfang oder Rückkehr zum Alten?
Für viele Patienten ist der Rückkehr zur alten Arbeitsstelle schwierig - zu groß ist die Angst, von den Kollegen schräg angeschaut zu werden. Für viele Betroffene ist die Erfahrung eines Burnouts auch Anstoß, dem Leben eine neue Richtung zu geben. Nicht wenige nutzen die Kenntnisse eines Burnouts dafür, sich selbstständig zu machen und sich einen lange gehegten Traum zu erfüllen. Eine weitere Möglichkeit, völlig neu anzufangen, sind Quereinsteiger-Jobs. Deine bisherigen Erfahrungen in der Arbeitswelt können dir hier von großem Nutzen sein und dennoch übst du eine Tätigkeit in einem völlig neuen Bereich aus.
Eine gute Lösung um die Lücke dort zu füllen ist eine „Berufliche Auszeit aus privaten Gründen“ anzugeben. Das katapultiert deine Bewerbung nicht frühzeitig ins Aus. Schließlich kann die Privatangelegenheit auch bedeuten, dass du einen Angehörigen gepflegt hast.
Bleib so nahe wie möglich an der Wahrheit und gib zu, dass du an einer Krankheit gelitten hast. Geh aber nicht näher auf die Erkrankung ein. Du bist nicht verpflichtet den Grund für deine krankheitsbedingte Auszeit preis zu geben. Erwähne kurz, dass du unter einem Burnout gelitten hast und betone, dass du nun wieder vollständig genesen und einsatzfähig bist. Heb hervor, was du durch die Krankheit über dich selbst gelernt hast und welche zusätzlichen Fähigkeiten du dadurch erlangt hast. Verwandle diese einfach in eine deiner Stärken.
Prävention und Unterstützung
Zur Prävention des Burnouts ist es wichtig, Möglichkeiten zur Entspannung und Erholung zu finden und die persönlichen Ziele und Werte im Job sowie zuhause regelmäßig zu reflektieren. Besonders sollte man auf Faktoren achten, die man beeinflussen kann, um einem Burnout vorzubeugen: Kann man Überstunden reduzieren oder Aufgaben delegieren? Gibt es private Stressoren, die man zumindest vorübergehend ausklammern kann? Am besten wird man präventiv z.B. durch Sport oder Yoga sowie Gespräche mit Freunden/-innen tätig.
Burnout-Stadien
Der Psychologe Herbert Freudenberger und die Autorin Gail North haben ein Phasenmodell entwickelt, das zwölf Stufen von Burnout beschreibt:
- Zwang, sich beweisen zu müssen
- Verstärkter Einsatz
- Vernachlässigung eigener Bedürfnisse
- Verdrängung von Konflikten und Bedürfnissen
- Umdeutung von Werten
- Verleugnung der Probleme
- Rückzug
- Offensichtliche Verhaltensänderungen
- Depersonalisation
- Innere Leere
- Depression
- Völlige Ausbrennen
Bei Stufe 4 bis 8 ist eine Beratung sinnvoll, da sowohl die körperliche und geistige Gesundheit als auch das soziale Leben betroffen sein können. Ab Stufe 9 sollte eine Psychotherapie in Erwägung gezogen werden.
Was tun bei Burnout?
- Arzt konsultieren: Die erste Ansprechstelle ist der/die Allgemein- bzw. Hausarzt/-ärztin.
- Offene Kommunikation: Bemerkt man ein Burnout, sollte man den/die Vorgesetzte/n darüber informieren.
- Psychologische Hilfe: Wenn die Symptome gravierend sind, sollte man sich direkt an eine/n Psychologen/-in oder Psychotherapeuten/-in wenden.
- Seelsorge: Befindet man sich in einem Stadium von Burnout ab Stufe 11 (z.B. Selbstmordgedanken), muss unverzüglich Hilfe gesucht werden. Die Seelsorge ist über den Notruf 142 jederzeit erreichbar.
- Unterstützung durch Partner: Als Partner/in eines/-r von Burnout Betroffenen kann man durch Zuhören und Entlasten helfen.
Arbeitgeber/innen können auch präventive Maßnahmen anbieten, um das Risiko für Mitarbeiter/innen zu schmälern. Dies können Gesprächs- oder Sportangebote sein, z.B. entspannende Sportarten wie Yoga, Tai-Chi oder geführte Meditationen. Auch das Anbieten von Power Naps (Mittagsschläfchen im Büro, z.B.
Die Behandlung ist jedoch immer dieselbe: Stressreduktion, Gespräche, sowie professionelle therapeutische oder ärztliche und ggf. sogar medikamentöse Hilfe.
Die Ziele dieser Therapien sind die Stärkung der psychischen Widerstandskraft, das Verändern von schädlichen Verhaltensmustern, das Erlernen von Bewältigungsstrategien, die Beseitigung bzw. Minderung der körperlichen und psychischen Symptome sowie die Ermöglichung lustvollen Erlebens.
Burnout-Test
Dieser anerkannte Selbsttest stammt von der Fachklinik für Psychosomatik Friedenweiler. Die Fragen sollte man gemäß den folgenden Kriterien beantworten: trifft fast nie zu, trifft selten zu, trifft manchmal zu, trifft häufig zu, trifft (fast) immer zu.
- Ich fühle mich erschöpft.
- Ich fühle mich ausgebrannt.
- Ich handle manchmal, als wäre ich eine Maschine.
- Ich bin oft krank und anfällig für körperliche Krankheiten bzw.